Leserbrief zum Artikel 'Eritrea: vom Hoffnungsträger zum Unterdrückungsstaat" in der Deutsche Welle vom 27.04.2007

Eritrea ist Hoffnungsträger und wird es Hoffnungsträger beiben

Von Sifaf Mohamed


Laut Bericht der Deutschen Welle vom 29.04. 2007 waren Sie Herr Schadomsks erster westlicher Journalist, der nach vielen Jahren Gespräch mit Eritreas Präsident Isaias führen durften.

Stanley
Wenn Sie nach so viel Jahren als erster westlicher Journalist Eritrea bereisen konnten. Das Privileg zu genießen, einen angesehenen Präsidenten zu interviewen, wäre es nicht Sinnvoll, die vor gefertigte Meinung in Köln oder in Berlin zu lassen, statt sich und die Deutsche Welle in dieser Art und Weise zu reperesentieren und das leider als
erster europäische Journalist nach Stanley.
Er suchte Livingstone während Sie als Quelle für Ihren Zwecke private Audienz beim amerikanischen Botschafter organisiert. Mit welcher Absicht sind Sie nach Eritrea geflogen? So viel Aufwand: entspricht Spesen, Flugticket, Entschädigungen und den Kostet das ganze Vorhaben. Resultat: Selbstdarstellung und Hegemonie.

Ethik und Journalismus
Im Beruf des Journalismus steht Am Anfang weder das Bier noch das Benzin, sondern das Wort und dessen Wahrheitsgehalt. Der Journalist schreibt für Leser. Leser besitzen Fakultät der Vernunft, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Der Mensch, der das einzige Lebewesen ist, das lesen und schreiben kann.

Im diesen Beruf gibt es, was man Ehren Kodex nennt. Der Journalist muss die Leser respektieren. In Ihrem Artikel streuteten Sie Sand ins Auge des Lesers. Man vermisst die Objektivität eines aufgeklärten Journalisten, der in einer für Deutschland so wichtigen Anstalt arbeitet. Sie Können Ihre Meinung schreiben. Die Meinung der Anderen
aber nicht unterdrücken. Sie sind doch Demokrat und kämpfen für Meinungsfreiheit. Als Leser haben wir das Recht, das volle Interview zu lesen. Das haben Sie uns aber verschwiegen. Warum?? Weil die Unantastbarkeit eritreischer Souveränität nicht nur Ihnen sondern den Herren vom White House ein Kloß im Halse ist.
Hegemonie bringt nicht nur Ruhm mit sondern zurückwirkend Zerstörung.Schauen Sie, Hitler versuchte, die Welt zu zerstören. Die Folge war die Teilung Deutschlands. Er nutzte nicht Napoleons Erfahrung, der seine Pferde fraß.
Ein Korrespondent, der in Nairobi sitzt, kauft seine Informationen vom sog. „Stringer“, um zu seiner Zeitung weiter zu leiten, ohne eigene Recherche durchgeführt zu haben. Bei Ihnen war es anders, Sie waren selbst vor Ort. So viel Aufwand: entspricht Spesen, Flugticket und Entschädigungen und den Kosten. Resultat: Selbstdarstellung. Ihre Meinung entspricht nicht der Deutsch/Eritreischer Beziehung sondern derer, die in Addis und Nairobi sitzen. sie schaden dadurch den Ruf der DW.

Land und Leute
Statt Amerikas Botschafter in Asmara als Quelle für Ihre Information zu nutzen, hätten Sie mit den Eritreerinnen und Eritreern, die u.a. der Deutsche Sprache mächtig sind, gesprochen. Sie sind nett und gastfreundlich. Sie konnten echten Kaffe mit Popcorn genießen, in einer Atomsphäre voller Weihrauch, der bekanntlich wohlriechenden, Aggressionen und Misstrauen abbaut, erster hand Information erhalten.Sie konnten Ihnen auch Bier anbieten oder mit dem Auto nach Massawa fahren, obwohl Benzin mit zwei Euro pro Liter teuer ist. Safari umsonst schadet Niemandem Aber NEIN es muss alles amerikanisch und von Phantom beobachtern sein.
Der deutscher Leser, Hörer oder Zuschauer hat es nicht verdient, dass ein Journalist aus der Rheinmetropole oder Berlin im Namen der Deutsche Welle hinfliegt und schreibt, was die amerikaner meinen.

Eritreas Unabhängigkeitsfeier ist kein Münchener Oktober-Fest
Mußten Sie nach Eritrea fliegen, um fest zu stellen, dass die Eritreer ihre Unabhängigkeitsfeier ohne Bier verbringen werden? Unabhängigkeitsfeier ist Geburtstag des neuen Eritrea und ein Anlass die Helden, die das ermöglicht haben, zu huldigen. Eritrea ist nicht in die Unabhägigkeit entlassen, wie Sie meinen, sondern haben gegen den Willen
der Ost-West-Mächten ihr Freiheit erkämpft.

Kyoto-Protokoll
Der Verursacher des Ozon-Loches und der Klimaveränderung sitzt im Westen und dennoch redet man hier auch in der DW verbal über Kyoto-Protokoll.Statt froh zu sein, dass es wenige Autos gibt, erwähnen Sie, daß man
wegen Benzinpreise nicht fahren kann. Im Lande gibt es mehr Kamele, Ziegen und Esel als Autos.
Sind Sie mit dem Volkstransportmittel gefahrn, um fest zustellen, ob auch hier Mangel herrscht? An Ihre Stelle hätte man über Wasserversorgung, Infrastrucktur, erneubare Energie und durchgeführten nachhaltige Projekte, die ohne Weltbank oder Entwicklungshilfe errichtit sind, berichtet. Das war aber nicht Ihr Ziel. Es ist immer so, der eine
Glatze hat, sucht ein Haar in der Suppe.

Die Beobachter und Co.
Die Beobachter als Phantome werden von manchen als Trojanische - Pferd benutzen, eigene Urteil abzugeben. Sie erwähnten einen führenden westlichen Botschsafter, meinen Sie den amerikanischen. Seine Meinung ist den Eritreern bekannt. Wer seit den 50er Jahren gegen das Selbstbestimmungsrecht des Volkes Eritrea war, kann heute nicht für die Beilegung der Grenzfrage sein. Wenn er sagt, „ Eritrea muss sich seinen Platz am Tisch der Nationen erst noch verdienen“ Recht hatte der Botschafter so zu reagieren, weil die destruktiven Mächte ausgeschlossen
waren, an der Beilegung des Konfliktes in Ostsudan teilzunehmen.

Frau Frazer ist Ihnen eine wichtige Referenz, Eritreas selbstständige Handlung zu beurteilen. Nehmen sie bitte die Dame nicht ernst. Sie kann ihre eiginen Wort nicht hören. In Eritrea betrachtet man sie, als ein falsch ernährtes Mädchen, das von Politik nichts versteht. Richtig ist es, als Afrika-Beauftragte macht sie in Afrika Kur zur Schlankheit des Körpers. Die Beobachter haben sie beobachtet, als sie in der Fettbank in Addis etwas Fett aus der Reserve gespendet hat. Wissen Sie Frau Rice, die Außministerin Amerikas ist nicht nur Schlank sondern sehr schlau. Sie schickt die arme Frazer dahin, wo sie sich mit den armen Müttern und deren abgemagerten Kindern in Dar-Fur und Baidoa vergleichen muss. Ich nehme an, daß sie sehr deprimiert ist. Die Idee der Außministerin findet der Verbraucherminister Herr Seehofer für sein neues Projekt vieleicht gut. Er kann die auserwählten nach Afrika südlich der Sahara als Entwicklungshelfer befördern, den Afrikanern bei zu bringn, wie sie sich helfen können. Hunger, Durst und Hitze sind ideale Kondition, um ab zu nehmen. Entwicklungshilfe ist ein falsches Rezept. Gleichberichtigte Partner zu sein, tut niemandem wehe außer den jenigen, die durch angebliche Hilfe ihre Vorherrschaft befestigen wollen. Eritrea meint, Nein Danke!

Realitätsverlust
Es ist ein Hohes Maß an Selbstlosigkeit, daß man seine besten Jungs in gefährlichen Einsätze schickt, um dahinvegetierenden Völkern zu helfen. Man macht sich große Sorgen, um die Demokratie in Kongo. Den puren
Wunsch Lummbas Kindeskinder zum bessern Leben zu verhelfen, verdient den Respekt! Es wäre aber sinnvoller, wenn man zuerst, den in Deutschland lebenden Kongolesen der Integrationswillen die die Möglichkeit gibt, um
auf kommunaler Ebene Ratsmitglieder zu wählen? Statt Jungsoldaten auf dem Altar der Rohstoffe (angeblich der Jungldemokratie), dort, wo Dag Hammarskjöld 18.09.1961 sein Leben ließ, zum Opfer macht?

Im Betracht kann man auch die Anwesenheit der deutschen Marinen am Horn von Afrika ziehen. Wenn der Frieden so wichtig wäre, hätte man die Greultaten der äthiopischen Soldaten in Somalia nicht tatenlos gesehen. Man stellt fest, wo Deutschlandsafrikapolitik heute steht. Sicherlich haben Sie neulich die Debatte über die neue Deutschlandsafrikapolitik im Bundestag verfolgt, dabei ging es nur noch über die Sicherung von Rohstoffen und die Vertreibung Chinas.
In diesem Zusammenhang verstehen wir die Krokodiltränen der westlichen Mächte inklusiv der US, um die Menschen in Dar-Fur und nichts anders. Die Krokodiltränen, die ein Krokodil ausscheidet, wenn es seine Beute
verschlingt, haben nichts mit Traurigkeit zu tun. Man will mehr haben, mehr Beute, mehr Rohstoffe, mehr Bomben, mehr Soldaten, mehr Drahtzieher, mehr Drahtzäune bis zum vernichtenden Krieg.

Deutschland und Somalia verbindet mindestens die Befreiung des Flugzeuges in Magadischu. Vielleicht können Sie sagen, im Rahmen der sog. „Operation Restore Hope“ halfen wir Somalia, in dem wir Brunnen in Beletuen errichteten. Katastrophal war Amerikas Lektion, umso leichter war es der Stolberstein von Herrn Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe.

Diese Jungsoldaten könnten im schönen Deutschland höhere Ausbildung bekommen, um Deutschland sich der Green-Card zu ersparen. Wahrscheinlich ist es vom Gott bestimmt, dass Deutschland Afrika helfen
muß. Man schickt Soldaten, moderne Waffen, von Oben und unten Satelliten, Radar Kriegsschiffe, Flugzeuge, sog. Experten und Journalisten (Weltspiegel u. Auslandjuornal), nur um die Menschheit vom Terror zu beschützen.
Es ist Realitätsverlust, wenn Sie den Eritreern verbieten, ihre Souvränität und Grenzen nicht schützen und bewachen zu dürfen, während man sich statt an Nord-und-Ostsee am Roten Meer sonnt.

Die Wiederaufteilung Afrikas
Man hat neue Strategien in Westen für Afrika entwickelt und in der Tat umgesetzt. So sehen wir den Staat Nigeria als Polizist und Handlanger für Mitte und West Afrika, während Südafrika in südlichen Afrikas dafür bestimmt wird. Äthiopien als Dolch in der Völkerlandschaft der Region wurde immer von den historischen Kolonialisten bevorzugt. Dessen Herrscher, ob H. Silassie, der erste Kettenhund, oder Mengustu der zweite und der Jetzige haben immer bewiesen, dass sie gute Diener sind. So sieht man heute Äthiopien als Gute Governance die alte Erfahrung
Somalias wiederholt. Daher ist es verständlich, wenn Sie in Ihrem Artikel darüber schweigen, ein Wort über die Aggression zu verlieren. Im Gegenteil machen Sie den Eriteern Vorwürfe, weil Sie auf ihr Recht
beharren, ihre Heimat zuverteidigen.

Kolonialware
Im Westen verteilt man Attribute, um Völker und deren Systeme zu beurteilen. Sie sind doch keine Kolonialwaren, welche man in London oder NewYork an Börsen verkauft. Selbst die Bezeichnung Gute Governance ist abwertend. Wer beurteilt wen? Clinton mit seiner Monika, Busch mit seinem Irak oder der Worldbank Präsident mit seiner
Frau? Man muss sich Gedanken darüber machen, neue Nobel-Preis-Kriterien zu entwickeln, welche an morallosen Persönlichkeiten verteilt wird!

Lernprozess
Präsident Isaias ist nicht allergisch, den westlichen Journalisten gegenüber. Er sagt aber nicht, was die sog. Experten gern hören wollen. Mit dem eritreischen Volk siegte er nach 30 jährigen Krieg gegen Unrecht und Unterjochung.
Er ist auch nicht von der Sorte Päsidenten Afrikas, die im White House von Amerikas Präsident mit Mondellino und weißen Tuch am Hals Lieder singen. Er lehnt nur die Carrot Stick Methode ab. Wo anders hat man sich daran
gewöhnt, diese Taktik anzuwenden. Es gibt Staaten in Afrika, wo ausländische Vertretungen über das
Geschehen bestimmen, obwohl die Lakaien regieren. Das ist der Fall in Addis und Nairobi. In Asmara ist alles anders. Deshalb ist Eritrea keine Hoffnung für den Westen und Ihren Auftraggebern, sondern für die Eritreer.
Hoffnung ist, was in der Zukunft kommt. Eritrea ist aber Realexistierende Tatsache. Es ist ein Lernprozess, ein kleines Volk zu akzeptieren, das seine 16. Unabhängigkeit feiert und nicht das Oktober-Fest.